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Schmalz-Gombas

1. April All day

Künst­ler­duo Schmalz-Gom­bas, René Schmalz und Gabri­el­la Gom­bas
in Resi­denz im Früh­jahr 2021. Genaue Zeit­span­ne ist in Abkläh­rung

The game of
Levels / Terrain 2

Eine interdisziplinäre Kunsterarbeitung aus der Praxis der Zeichnung, der Fotografie, dem Tanz, des Gesangs, der Performance, der inszenierten Identitäten im öffentlichen Raum.

Hand­lungs­ort, Spu­ren­su­che Faucogney‑e ‑la-mer, Frank­reich, Depar­te­ment la Hau­­te-Saô­­ne.
Der Orts­kern von Fau­co­gney ist denk­mal­ge­schützt. Die Klein­stadt befin­det sich in einem Umbruch. Aus ver­schie­de­nen euro­päi­schen Län­dern sind Men­schen dar­an inter­es­siert, Kunst und Kul­tur ins Dorf ein­zu­brin­gen. Vie­le Räum­lich­kei­ten laden gera­de dazu ein, dass Histo­ri­sches wie Aktu­el­les sich begeg­nen kann, In den Som­mer­mo­na­ten fin­den regel­mäs­sig kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen statt. Das Städt­chen ist sich neu am erfin­den.

Künstler / Akteure

René Schmalz, Gott­lie­ben Thur­gau, Gesamt­kon­zept, Tex­te, Tanz, Per­for­mance, Envi­ron­ment

Gabri­el­la Gom­bas, Bern/Gottlieben, Gesang, Zeich­nung, Text, Foto­gra­fie

Mitwirkende

Iris Brod­beck, Nico­las Lien­hard, Fau­co­gney, Frank­reich, Über­set­zun­gen, Ate­lier

Jonas Rüe­di, Wen­gi Thur­gau, Fil­mi­sche Doku­men­ta­ti­on, Schnitt

Ker­stin Schult­ze, Kon­stanz Deutsch­land, Gra­fik

Zeiträume des künstlerischen Vorgehens

20. April 2020 bis 17. Mai 2020 Erar­bei­tung eines foto­gra­fi­schen Kata­logs der tän­ze­ri­schen Insze­nie­run­gen und All­täg­lich­keit vor Ort.

25. / 26. Juli 2020 Aus dem Kata­log wer­den 30 gross­for­ma­ti­ge Fotos ins Orts­bild prä­pa­riert – an Fas­sa­den, Schau­fen­ster, Durch­gän­ge, Plät­ze. Die drit­te und letz­te Erzähl­spur wird gelegt mit Stimm­land­schaf­ten vor Ort und einer Video­auf­zeich­nung die­ser Insze­nie­rung.

Materialien

Tex­til­zeich­nun­gen, Tex­te, Fotos, Latex – Tier­mas­ken, Hand­pup­pen, Klapp­bett, Kostü­me, Gesichts­far­ben

Zum Vorgehen der inszenierten Identitäten

Über einen Zeit­raum von 4 Wochen bespie­len wir mit­tels tän­ze­ri­schen Mit­teln Fau­co­gney und sei­ne Umge­bung. Wir ban­nen das Ereig­nis mit der Spra­che der Foto­gra­fie. Der Ort wird in uner­war­te­te Zusam­men­hän­ge geführt, zu einem neu­en erzäh­le­ri­schen bild­haf­ten Raum aus­ge­ar­bei­tet. Die Syn­the­se der Prot­ago­ni­sten und des Ortes, das bespie­len der Stras­sen, Fas­sa­den, Schau­fen­ster, mit den kre­ierten Foto­gra­fien, gross­for­ma­tig aus­ge­legt.
So wird z.B. das Klapp­bett prä­pa­riert mit Schich­ten von Tex­til­zeich­nun­gen und in ruhen­de wie ste­hen­de Gewäs­ser platz­iert. Dies wird zum per­for­ma­ti­vem Hand­lungs­ort. Die­se Sze­nen nen­nen wir «den gros­sen Schlaf». Die Tier­mas­ken gehen ein mit dem Span­nungs­feld der Dra­ma­tur­gie des Ortes, des Momen­tes. Eine asso­zia­tiv erkenn­ba­re Erzähl Struk­tur des Fotos wird so aus­ge­ar­bei­tet.

Die Arbeit am Eigenen, am Ort – ein fotografisches Anbinden an vorgefundenen Wirklichkeiten.

Die Spra­che der Foto­gra­fie geht ein ins Pla­sti­sche, Per­for­ma­ti­ve, in den Ort, in das Ereig­nis, um einen erzäh­le­ri­schen Raum zu schaf­fen. Foto­gra­fi­sche Ter­rains, sie sind Wun­der­kam­mern der Insze­nie­rung, der Geschich­te. Spiel­raum, Fall­tü­ren, Zwi­­schen­räu­­­me- Kunst als Wech­sel­spiel der Mit­tel.
Alles von unten sehen, alles von oben sehen, im Luft­raum, Denk­raum, Schwe­be­raum. Die Atmo­sphä­re des Ortes, des Gesche­hens wird Teil des Bild. Erwar­tung. Span­nung, sug­ge­sti­ve Dich­te. Dem Ereig­nis des Bil­des aus­ge­setzt. Aus­ge­bro­chen? Nega­tiv­raum. Him­mel erschaf­fen für die Tran­sit­bil­der. Ima­gi­när, unver­hofft. Zwi­schen flie­gen und fal­len. Selbst­be­stimmt, fremd­be­stimmt. Ent­glei­tend. Ein­­stel­­lung- Aus­stel­lung. Insze­nie­ren von eige­nen Wirk­lich­kei­ten ins Orts­bild. Leer­räu­me, die durch das foto­gra­fi­sche Spiel besetzt wer­den. Hin­ein in eine erzäh­le­ri­sche Dich­te, die in einem ört­li­chen Dis­kurs ange­legt wird. Misch­räu­me. Kunst als Unter­su­chung von eige­nen Iden­ti­tä­ten. Dimen­sio­nen. Per­spek­ti­ven. Die Erzäh­lung des Bil­des gewinnt ein Eigen­le­ben.

Das Bild­me­di­um oder die Magie der Bil­de. Die Metho­de des Blickes. Durch das Insze­nie­ren des Kör­pers in die Per­spek­ti­ven der Ört­lich­kei­ten ent­steht ein über­ra­schen­der Umsturz der Situa­­ti­on- eine Kol­li­si­on von Ort, Hand­lung und Objekt. Der Moment des Ereig­nis­ses wird foto­gra­fisch her­aus­ge­ho­ben. Das Resul­tat ist die Wahr­neh­mung einer Mehrsin­nig­keit des Bil­des. In die­ser Erar­bei­tung gilt es, der eige­nen Ima­gi­na­ti­on auf die Sprün­ge zu hel­fen. Dabei das Unvor­her­ge­se­he­ne, den Zufall in der bild­schaf­fen­den Wech­sel­wir­kung von Intui­ti­on und den vor­ge­fun­de­nen Struk­tu­ren zu nut­zen – vie­les ist nicht vor­aus zu sehen. Ein Spiel von Ima­gi­na­ti­on, Zufall und Kal­kül. Das foto­gra­fi­sche Resul­tat des “objek­ti­ven Zufalls“, einer Mischung aus Suche und Vor­ge­fun­de­nem. Dies ist eine Wech­sel­wir­kung der Ver­hält­nis­se, Gegen­sät­ze wie Ruhe und Bewe­gung, Still­stand und Akti­vie­rung. Die Foto­gra­fie ahmt die Wirk­lich­kei­ten des Blickes nach – Eine Ver­füh­rung von Wahr­neh­mung, eine Täu­schung des SoSeins.

Versuchsfeld Ortsbild Faucogney

Schau­platz: Nar­ri­ti­ve Foto­gra­fie, Lini­en, Schat­ten – und Ereig­nis. Die Ver­or­tung der Begrif­fe. Tran­sit­fo­tos sind stumm und gleich­zei­tig gesprä­chig. Unse­re nar­ri­ti­ve Foto­gra­fie will eine viel­schich­ti­ge, fik­tio­na­le Geschich­te erzäh­len, die mehr ist als eine Illu­stra­ti­on, ein Bild­kom­men­tar zu etwas Vor­ge­fun­de­nem. Die­ses Tableau von Bil­dern könn­te man als visu­el­le Pro­sa bezeich­nen, ein dop­pelt gespie­gel­tes Ich. Der eige­ne Kör­per wird mit den insze­nier­ten Iden­ti­tä­ten ver­knüpft, das eige­ne, das Frem­de, das Ima­gi­na­ti­ve wird in den Hand­lungs­ort hin­ein­pro­ji­ziert. Die ästhe­ti­sche Ver­dich­tung, das in Sze­ne set­zen, die dra­ma­tur­gi­sche Kon­stel­la­ti­on lässt eine Erzähl­wei­se zu, des schnel­len Sehens und Arbei­tens. Der tan­zen­de Kör­per ist das zen­tra­le Leit­mo­tiv. Er ermög­licht Pro­jek­tio­nen im Eige­nen und für den Betrach­ter, bei dem eine eige­ne Geschich­te aus­ge­löst wird. Sei­ne eige­ne Erfah­rung des Betrach­tens stellt sich in einen neu­en Bild­kon­text. Alles ein Bemü­hen, die Bild­se­quen­zen zum flies­sen zu brin­gen, Quint­essen­zen bekom­men ihren Raum.

Von Tieren und Menschen. Die Herausforderung Tier, eine Erinnerung an das Tier, das Tiersein durch die Kunst.

Esel, Hase, Rabe, Schwein, Eis­bär, Kamel, Kro­ko­dil, Wolf. Die Ganz-Latex-Tier­­ma­s­­ken ver­bin­den, ver­knüp­fen sich, mit dem Tän­zer.
Das Motiv des Tie­res in der bil­den­den Kunst ist so alt wie die Kunst selbst. Ange­sichts Jahr­tau­sen­de Alter kann fest­ge­stellt wer­den: Im Anfang des Bild­haf­ten war das Tier mit dabei, die Fas­zi­na­ti­on, die es auf Künst­ler aller Gat­tun­gen und Epo­chen aus­ge­löst hat, ist bis ins Heu­te unge­bro­chen. Unse­re Zeit durch­lebt einen Wen­de­punkt des mensch­li­chen Ver­hält­nis­ses zum Tier, zur Natur. Der Umgang mit dem Tier wird zum Spie­gel­bild der eige­nen Natur.
Bei­spie­le dazu bei: Franz Mark, Mari­na Abra­mo­vic, Joseph Beys, Miri­am Cahn, Ros­ma­rie Trockel, Capri­cho Goya, Fischli/Weiss, Albrecht Dür­rer, Loui­se Bour­geois u. v. a.

Tiere – Türen zum Traum

Seit Urzei­ten umgarnt der Mensch die Tie­re – nicht nur als Jäger, auch als Geschich­ten Erzäh­ler. Denn Tie­re sind Nah­rung des Lei­bes, viel­mehr aber auch noch Nah­rung unse­rer See­le, unse­rer Fan­ta­sie. Der per­for­ma­ti­ve Pro­zess mit den Mas­ken, der die Mög­lich­keit eröff­net, aus dem mensch­li­chen Bewusst­sein in ande­res Wesen ein­zu­tre­ten, das eige­ne «Tier – Wer­den», erscheint nicht nur durch die Ima­gi­na­ti­on. Die­ses „Tier – Wer­den“ ist nicht das „Tier – Spie­len“ oder das „Tier – Imi­tie­ren“. Es ist viel­mehr ein Pro­zess, ein Erschaf­fen einer Wirk­lich­keit, der die Gele­gen­heit bie­tet, über sich anders als in der eige­nen Iden­ti­tät zu wir­ken. Denn das “Tier – Sein“ ermög­licht, für einen Augen­blick aus dem Huma­nen hin­aus unser phi­lo­so­phisch, ana­ly­ti­sches Gepäck zu ver­ges­sen. Es eröff­net sich die Chan­ce, eine Schwel­le zu über­schrei­ten und in den Strom einer ande­ren Inten­si­tät zu gelan­gen. Die Gren­ze zwi­schen Mensch und Tier wird über­schrit­ten – auch wenn das gros­se Rät­sel «Tier» gedank­lich unlös­bar bleibt. In vie­len über­lie­fer­ten Schöp­fungs­my­then erah­nen wir etwas die­ser tie­fen Zusam­men­hän­ge einer wis­sen­schaft­lich noch weit­ge­hend unge­klär­ten Evo­lu­ti­on.

Maskierungen im Dienste des Menschen, des Tieres

Das Inne­re eines Men­schen spie­gelt sich im Wesent­li­chen in sei­nen Gesichts­zü­gen. Mit ande­ren Zügen, Lini­en, mit einer Mas­ke, ent­steht ein neu­es Wesen. Eine ande­re Bestim­mung, der Pro­zess durch nicht gekann­te Iden­ti­fi­ka­tio­nen nimmt sei­nen Ver­lauf, der bis ins Inner­ste des Mas­ken­trä­gers dringt. Die Mas­ke gewinnt ihre eige­ne Macht, das ver­wan­del­te Ich. Der in der Mas­ke schla­fen­de Traum erhält sei­ne Wirk­lich­keit. Das wah­re Gesicht des Men­schen ver­la­gert sei­nen Schwer­punkt, die Trans­for­ma­ti­on gewinnt einen neu­en Brenn­punkt in der Tie­fe des Seins, im Spiel des Augen­blicks. Mit dem anle­gen der Mas­ke wird das Tier beschwo­ren. Eine unbe­schreib­li­che Kraft, deren Macht nicht aus dem Bereich der eige­nen Erfah­rung zu erklä­ren ist. Unzäh­li­ge Umwand­lun­gen wer­den mög­lich – vom Tie­ri­schen bis hin zum Gött­li­chen. Die Mas­ke öff­net das Tor zum Reich der Tie­re und ihren Träu­men. Bei­spie­le dazu: Pablo Picas­so, Max Ernst, Paul Klee, Juan Miro, Odi­lon, James Ensor, René Mar­grit­te, Con­stan­tin Bran­cu­si, Hugo Ball, Mat­ti­as Grü­ne­wald, Neon Rauch, Manon u.v.a.

Zukunftsperspektiven

Wir wer­den die per­for­ma­ti­ve Insze­nie­run­gen in unse­rem Unter­weg­sein an ver­schie­de­nen Orten/Städten anbie­ten, Anfra­gen z.B. in Kreuz­lin­gen, St. Gal­len, Ittin­gen, Arbon, Tro­gen, Win­ter­thur u.a.m.

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