résidence d’artistes

The resi­den­cy Vil­le­kul­la is meant to be in a pro­cess of con­stant trans­for­ma­ti­on; edit­ing, deve­lo­ping, focu­sing, re-ela­bo­ra­ting and re-enacting. 

Our main inte­rest lays in one’s cur­rent sta­te of thoughts, expe­ri­ments and expres­si­on, rather than in what has been achie­ved in the past. Which traces are fol­lo­wed, what influ­en­ces are taken into account?

Bes­i­des fer­ti­li­sing a space of focus on one’s own artis­tic acti­vi­ties, it is fun­da­men­tal to us to as well con­sti­tu­te a basis for exchan­ge and a nou­ris­hing ground for cul­tu­ral dis­cour­se for and with the immedia­te envi­ron­ment of the resi­den­cy. What com­pon­ents take part in and defi­ne the artis­tic pro­ces­ses? Does the vil­la­ge baker get invi­ted for bre­ak­fast or inclu­ded in the pro­cess of a work? Are the picked pears just put in the cel­lar or do you enjoy their juice?
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08. 11. 2021Leo­nie Jucker – von Objek­ten, Spa­zier­gän­gen, Beob­ach­tun­gen und öffent­li­chen Toiletten

Einen Monat für mich, einen Monat um zu kre­ieren, um her­um­zu­streu­nen und zu ent­decken, einen Monat um Din­ge zu über­den­ken, Din­ge anzu­stos­sen und ande­re lie­gen zu las­sen.
Man­ches ist ent­stan­den, eini­ges habe ich dort gelas­sen, weil es an die­sen Ort gehört, ande­res wie­der ver­ab­schie­det. Ein roter Faden, der alles zusam­men­hält, fest­ge­hal­ten in Gedan­ken und Wor­ten sind Beob­ach­tun­gen, mit denen ich schrei­bend die­sen Monat beglei­te­te. Einen Ein­blick in die­se Frag­men­te und Zei­len tei­le ich hier mit dir.

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Pfla­ster­stei­ne in gros­sen Säcken
kurz vor dem Über­lau­fen
lau­fen davon
Pfla­ster­stei­ne in Zie­gel­stein­grös­se
und ganz gros­se
in ver­schie­de­nen Län­gen
über die Ufer hinaus

klei­ne und sehr klei­ne
Kie­sel­stei­ne
unre­gel­mäs­sig ver­teilt
auf­ge­hü­gelt

Radio­sound aus den Autos
klir­ren von Glas
ver­schwin­den in den Tie­fen der Con­tai­ner
Moto­ren­ge­räusch,
alle las­sen sie laufen

fah­ren wie­der weg
ganz sorg­fäl­tig und lang­sam
oder super­schnell
und unauf­fäl­lig

und brem­sen, manch­mal quiet­schend
vor dem Stopp­schild am Ende des Platzes.


Unter der Aus­ga­be einen Fleck
in die Brei­te ver­lau­fen
hell­vio­lett schim­mernd
ver­wisch­te Bän­der,
Absper­run­gen wol­len Wege weisen

ist wer drin, es wür­de nicht auf­fal­len
war da und hat sie benutzt
nicht rich­tig zurück­ge­stellt
oder ist sie im stil­len, ganz allei­ne
umge­fal­len

nichts unge­wöhn­li­ches
am Ran­de der Stras­se
neue Pfla­ster­stei­ne, alte Häu­ser
in der Abwe­sen­heit
schwe­bend
stil­le Momen­te der Hiergewesenen

fol­gen nach einem Besuch
nicht befolg­ter Regeln
hin­ter­las­se­ne Spu­ren an den Wän­den
ewig halt­bar
in Pla­stik verpackt

bis die Luft wie­der nach Putz­mit­tel
und alles, was gewe­sen
weg­ge­fegt wurde.

Din­ge, die ich mehr­mals umge­dreht
wie­der und wie­der betrach­tet
um dann zu beob­ach­ten
wie ich sie fal­len zu las­sen
ver­pass­te

alle zusam­men
sind sie Ein­zel­stücke
mög­li­cher­wei­se waren sie es
frü­her auch mal nicht
haben ihr Neben­ein­an­der
mit­ein­an­der ver­lo­ren
irgend­wo auf dem Weg hierher

zwi­schen mei­nen Gedan­ken
Hand­lun­gen und Objek­ten
gesam­mel­tem und kre­iertem
Ver­bin­dun­gen aller
mich im Ort her­um­ge­trie­be­nen Wege

sie sich damit auf­drän­gen,
dir nichts preis­zu­ge­ben,
nicht preis­zu­ge­ben,
wer sie sein wol­len
unge­zähmt neben­ein­an­der lie­gend
aus­ge­lei­ert, aus­ein­an­der fal­lend
in duzen­de Teile

habe Zeit ver­stri­chen
auf den immer­glei­chen stel­len
sit­zend beobachtet.


Vögel zwit­schern lau­ter
als Bach und Autos
Geräu­sche ver­wi­schen
zwi­schen
Bäu­men und Masten
Ästen und Kabeln
umge­ben
von Lachen, Bel­len und Gril­len
zir­pen aus den Radi­os
vor­bei­fah­ren­der Autos
manch­mal Hupen
ohne Ant­wort
mein­ten sie mich?

die Son­ne trock­net
das Gras leuch­tend grün
die Blu­men schau­en
unbe­ein­druckt vom Licht
wei­ter­hin in die Fer­ne
alle Rich­tun­gen
ist die ein­zi­ge, wel­che
Autos nach dem Ent­sor­gen
zurück auf die Stras­se
ein­schla­gen.

Was für eine wun­der­ba­re Zeit, Fau­co­gney. Erin­ne­run­gen an Gesprä­che auf dem Dach, herz­haf­tes Lachen, lecke­res Essen und wert­vol­len Aus­tausch. Mer­ci an Ali­ce, Anni­na, Mina, Noah & Simon, es war schön das alles mit euch zu tei­len! Und ein gros­ses Mer­ci ans Vil­le­kul­la Kol­lek­tiv, die­ser Ort und die Mög­lich­kei­ten, die ihr dort schafft sind so wertvoll!

28. 10. 2021Ali­ce Peach – The geo­me­try of cir­cum­stance won’t betray S the hay ball, it’ll make a cheese­cloth bed for soft landing.

Ali­ce Peach

Unti­t­led› (from ‹Thun­der Turns Milk›), gla­zed cer­a­mic, 30x10x0,5 cm, 2021

1.
This mon­th I prac­ti­ce remem­be­ring (= for­get­ting): rou­ti­nes and expec­ta­ti­ons that usual­ly ridd­le my days loo­se their sharpness to the pace of the coun­try­si­de. The most rele­vant aspects of living can­not be cal­cu­la­ted or quan­ti­fied.

2.
Geo­me­tric hay balls are notes out of key in a land­s­cape. Tones of gum­my green. I think of pain­ting.
I think of prime num­bers and coun­ting devices. I think of body based enu­me­ra­ti­on systems – stan­dard units, norms, rulers. 

3.
A stack of paper wal­lows in a cor­ner of a cold room.
I, with it, learn the grace­ful art of han­ging out, bea­ring the chill.
I talk to my new sisters on the roof­top as we sip on cof­fee and rum­mage through our sib­ling thoughts.
We grow cow tails and horns.

I rea­li­se: hil­ly green land­s­capes, corn fiel­ds and farms, long cur­vy roads and soli­ta­ry trees are home to my favou­ri­te fee­lings.
In wide open space my mind stret­ches and my anxie­ties eva­po­ra­te. I no lon­ger see the point in pro­du­cing work for the sake of being pro­duc­ti­ve, digni­fied or use­ful – becau­se art shouldn’t be imi­ta­te labour.


4.
I’m in the mood for laug­hing a lot about not­hing in par­ti­cu­lar.
I run out to meet a group cows tireless­ly chewing time away while stro­king and licking each other’s snouts 


5.
Some­ti­mes it loo­ks like the only thing that moves in a field is her tail. 
Lazy is her pose, mas­si­ve is her pre­sence.
I feel so britt­le
-boned and rest­less all the time, she inspi­res me.

‹Thun­der Turns Milk› exhi­bi­ti­on view in Chez Moni­que (Vil­le­kul­la), 2021
‹Cal­ci­um Sticks, Britt­le Bones›; oak wood, cer­a­mics, hot glue, wool yarn, medi­cal tape; 70x17x0,5 cm, 2021.
‹Thun­der Turns Milk› exhi­bi­ti­on view in Chez Moni­que (Vil­le­kul­la), 2021
‹Piz­zi­ca­mi›; birch wood, metal wire, ela­stic band; 22x3x1,5 cm and 31x3x1,5 cm; 2021
‹Milk and But­ter Mea­su­ring Sticks›, pen­cil drawing on ungla­zed cer­a­mic, dimen­si­on varia­ble, 2021
‹Unit of Ten­der Tips›; fire wood, bee wax, tex­ti­le, nails, clamps, belt, Fromage Blanc con­tai­ners, cer­a­mic, hot glue; 110x5 cm (x2) appro­xi­mate­ly; 2021
Rese­arch mate­ri­al from per­so­nal archi­ve, 2021

*

In Octo­ber I held back. 
While car­ry­ing on loo­se­ly my rese­arch on systems and orga­nisms, I made pegs when I wan­ted to speak, wro­te about tran­si­tio­ning, mea­su­red objects and cor­ners of the Vil­le­kul­la rooms, coun­ted hay balls on lar­ge fiel­ds, ate lar­ge amounts of fromage blanc.

I wai­ted to be struck by coin­ci­dence and hoped for some­thing to stick effort­less­ly:
Like the friendship and care I found in Mina, Anni­na, Simon, Leo­nie and Noah;
Like the dis­co­very of my big love for cows and ever­ything that sud­den­ly stem­med out of it.

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