Ruben Hollinger – «Je suis pas prêt, mais oui après on suit le pré – juste au lac.»

Was­ser­sturz.

Es wäre gelo­gen zu sagen, wir hät­ten nie geflü­stert. Doch flutscht unse­re Gemein­schaft­lich­keit in der Vil­la wie lin­ge Spa­ghet­ti in einer Car­bona­ra­tun­ke. „Der­riè­re les plan­ches“ (Back­stage) kom­plot­tie­ren sich Freund­schaf­ten und Kompliz:innen. Auf der Büh­ne sind wir zu fünft in Vil­la-per­for­mance, ohne Zuschau­en­de aber mit spo­ra­di­schen Besu­chen­den. Ein Karao­ke­akt ohne kom­plet­te Beset­zung lässt die feh­len­den Figu­ren spür­bar missen. 

Ich sin­nie­re in der Vil­la the­ma­tisch über das Wei­che. Inmit­ten der tau­send Seen ufern die text­li­chen Recher­che­wan­de­run­gen aus, doch pröb­le ich in der Kera­mik­werk­statt an Brun­nen­for­men, wel­che das über­bor­den­de wie­der in einen Kreis­lauf flies­sen liessen.

I am a salad spin­ning machine.

Im Wesent­li­chen beschäf­tigt mich the­ma­tisch  der Gwun­der, wie Ver­här­tun­gen wie­der weich­ge­spült wer­den kön­nen und wor­in das Poten­ti­al des Beweg­li­chen, Ela­sti­schen, Ver­bin­den­den liegt. Was kann das Ver­spre­chen der Wei­che den gefe­stig­ten Idea­len wie Auto­no­mie, Selb­stän­dig­keit oder Durch­set­zungs­ver­mö­gen nahe­le­gen? Und was hat die Schnee­for­schung, die Män­ner­be­ra­tung oder die Weich­spül­in­du­strie dazu zu sagen?

Ros­ma­rin in Zucker­wat­te ein­ge­packt. Hit­ze brennt Schwarz auf unse­ren Ein­la­dun­gen ein. Tüm­pel­bö­den, schlei­mig, glit­schig, Füs­se sin­ken bis über die Zehen ein. Beschleu­nig­te Auto­rei­fen quiet­schen in Kur­ven, auf­wärts auf schlän­geln­den Wegen über Hügel zu unse­ren Nachbar:innen. Lila Weich­spü­ler tropft in Brun­nen­scha­len. Ein Hahn kräht. Ich wache auf, ohne sicht­lich ein­zu­at­men. Wir holen dreis­sig Eier.

Ich wäge die unter­stüt­zen­den Wor­te von Ste­ven beim SNCF Kun­den­dienst ab und male mir aus, wie sich das Vil­la­pro­jekt in Fau­co­gney-éphé­mè­re in die Zukunft wandelt.